Die diesjährige Ausgabe fand, anderes als im letzten Jahr, an einem diesigem und kühlen Tag statt. Dennoch war ich überrascht, am Start im Störpark in Neumünster eine große Anzahl (26!) an Teilnehmenden stehen zu sehen, die bereits ungeduldig auf das Signal zum losfahren warteten. Nach der Regelung der nötigen Formalitäten, ein paar Fotos und einer knappen Ansprache unserer Vereinskameradin Bärbel ging es um kurz nach 08 Uhr im geschlossenen Verband in östlicher Richtung los. Aus unserem Verein waren 7 Leute dabei, die sich locker über die Länge der Gruppe verteilten. Schon am Ende der ersten 10 Km, wir hatten Trappenkamp noch nicht erreicht, setzten sich zwei schnelle Grüppchen von jeweils rund einem halben Dutzend Mitfahrenden ab, von denen wir unterwegs nur einen Einzigen wiedersehen sollten. Ein Pärchen, welches ebenfalls versuchte, an die davonfahrenden aufzuschließen, konnten wir nach einiger Zeit wieder einfangen.
Am Muggesfelder See, dem gleichnamigen Hofgut und am Nehmser See vorbei erwartete uns nach etwa 30 Km, mit einer Höhe von 87 Metern, der erste nennenswerte Hügel in Gestalt des Nehmsbergs. Bald darauf passierten wir das Dörfchen Berlin, welches uns bestens von unserer HaLaRa im Februar bekannt war. In Sichtweite von Havekost ereilte meinen Mitliegeradler Björn leider ein Plattfuß im Hinterrad. Doch mit vereinten Kräften konnte dieses Malheur binnen einer Viertelstunde wieder behoben werden und es konnte weitergehen. Wir ließen den Großen Pönitzer See links von uns liegen und stießen am späten Vormittag zwischen Scharbeutz und Haffkrug an das Ufer der Lübecker Bucht. In Haffkrug fielen wir dann in den Bäcker ein, welcher auch den Randonneuren aus Kiel als Kontrollstelle dient, um eine Pause im Warmen zu machen.
Das Wetter war weiterhin trübe und das Wasser der Ostsee grau wie Blei. Umso willkommener waren daher die dort genossenen Heißgetränke und ein leckeres Stück Kuchen.
Nach gut einer ¾ Stunde machten wir uns erneut auf den Weg, wobei ich als Nachzügler hinter der Gruppe her bummelte. Der Streckenverlauf führte uns nun in nordwestlicher Richtung auf die Seen und Hügel der Holsteinischen Schweiz zu. Da das Tempo mit 28-30 Km/h recht flott war, begann meine Vereinskameradin Bärbel, die sonst immer gut mithalten kann, zurückzufallen.
Um sie nicht ganz alleine fahren zu lassen, entschied ich mich, sie von nun an zu begleiten.
Weil diese Gegend ihr Heimatrevier ist, konnte sie mich auf viele der hiesigen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die imposante und über 500 Jahre alte „Bräutigamseiche“ im Dodauer Forst auf Höhe von Eutin, aufmerksam machen.
In Bad Malente mussten wir vor der geschlossenen Schranke des dortigen Bahnübergangs warten. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, machte ich schnell ein Foto des Malenter Sees. Gerade als ich wieder losfahren wollte, Bärbel war bereits vorausgefahren, fiel mir noch rechtzeitig auf, das sich die Schraube der Befestigung der Umlenkrolle meines Kettenleertrums gelöst hatte.
Also zog ich diese wieder fest und begann die Aufholjagd. Auf Grund der welligen Landschaft dauerte diese eine Weile und erst kurz vor Engelau konnte ich Bärbel wieder einholen.
Bei Fresendorf gelangten wir an den Selenter See und spontan fasste ich den Entschluss, auch die idyllisch in dessen südöstlicher Ecke gelegene Badestelle zu fotografieren.
So fuhr Bärbel erneut von dannen und ich hinterher.
In Krummbek, welches etwa 3 Km östlich von Schönberg/Holstein liegt, waren wir am nördlichsten Punkt unseres Brevets angekommen und der Track mäanderte nun in südlicher Richtung.
Bald darauf trafen wir auf ihren Freund und ich konnte die beiden guten Gewissens zusammen in ihrem Tempo weiterfahren lassen, um zu einer weiteren kleinen Gruppe von Mitfahrenden aufzuschließen.
Bei Fargau fuhren wir erneut am Ufer, diesmal dem westlichen, des Selenter Sees entlang.
Als wir auf das alte Torhaus in Lehmkuhlen-Rethwisch zu radelten, war erstmals ein deutlicher Hauch von Sonnenschein durch die bisher dichte Wolkendecke zu erahnen, welches allgemein von uns begrüßt wurde. Etwa 1 Km hinter Wielen war ein kurzer „Biostopp“ vonnöten, den wir ebenfalls dazu nutzten, um eine Kleinigkeit zu essen. Im Ortsteil Wahlstorf-Hof konnten wir einen Blick auf das im 15. JH erbaute Herrenhaus werfen, bevor wir auf einer kleinen Brücke die Schwentine überquerten.
In Ascheberg am Großen Plöner See entdeckten wir vor einem Bäcker die Liegeräder unserer beiden Vereinskameraden Björn und Cornelius. Aber weil wir uns gerade gestärkt hatten, sind wir an dieser Labestelle vorbei gedüst. Hier verließ uns mit Gerald auch ein weiterer Mitfahrer, da er sich sonst wieder zu weit von seinem Zuhause entfernen würde.
Die 200 Km würde er dennoch auf seinem restlichen Heimweg voll machen.
Wir brauchten nicht lange zu warten, bis uns Björn und Cornelius eingeholt hatten und gemeinsam rollten wir am Belauer-, Stolper- und Schierensee vorbei dem Ziel entgegen.
In Wankendorf sind wir an einer weiteren altbekannten Brevet-Verpflegungsstelle vorbei geradelt, aber da alle dem nahen Ende des Brevets entgegen eilen wollten, stoppten wir auch hier nicht.
Der Endspurt führte uns via Schillsdorf-Bokhorst und Tasdorf wieder nach Neumünster hinein, wo wir gegen 17 Uhr erschöpft aber glücklich am Ausgangsort, dem Störpark, angelangten.










