Frühjahrsbrevet ab Aumühle

So ganz frühlingshaft war es nicht. Jedenfalls waren nicht alle Vorangemeldeten erschienen. Aber immerhin gut dreißig Brevet-FahrerInnen ließen sich vom Wetter beim Aufstehen nicht schrecken. Der Wetterbericht versprach, dass es schon am frühen Vormittag trocken werden würde. Der Wind wird den Teilnehmern aber den ganzen Tag über Freude bereitet haben.

Alle machten am Start einen zuversichtlichen Eindruck. Die Bilder sind von der Anmeldung im Vereinsheim des TuS Aumühle-Wohltorf und von der Strecke kurz vor der Elbbrücke Geesthacht. (Ich hoffe, später findet sich noch ein Bericht von jemanden, der wirklich mitgemacht hat)

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Bilder (von Jochen)

 

Kommentare

wie es sich für eine Anfänger anfühlt

Moin,
vieleicht möchte mal jemand lesen, wie sich das für einen Anfänger angefühlt hat.
http://pinschermitfahrrad.blogspot.de/2017/03/brevet.htm
Ich hoffe es ist ok, dass ich mir zwei Fotos geborgt habe (wenn nicht entferne ich sie umgehend). Vielen Dank für den schönen Samstag.
M. Krüttgen
 

Tausche Regen gegen Wind...

Als ich schon am Dienstag Vormittag einen Anruf erhielt, ob in Anbetracht der Wetterberichte die Veranstaltung stattfinden würde, reagierte ich höchst erstaunt. Der Interessent aus dem Ruhrgebiet wollte gern den ersten BDR-Marathon des Jahres fahren, hatte aber unglücklicherweise den Wetterbericht auf seinem Smartphone (irgendwas mit Akku-Wetter oder so) angesehen und nasse Füße bekommen.
Ich beruhigte den Herrn, es sei viel zu früh für zuverlässige Vorhersagen, schaute mir aber im Anschluß mal die Langzeitvorhersagen bei den Wetterdiensten meines Vertrauens für Boizenburg und Zarrentin an (Beides Orte, die von der Strecke umrundet werden). Eines war sicher, stabile Wetterlagen sehen anders aus. Alle 2 Stunden werden die Modelle überrechnet. Bei jedem Check sah es so aus, als würde es über Nacht bis in den Morgen kräftig regnen, morgens leicht nieseln. Irgendwann zwischen 8.00 und 10. sollte es dann trocken sein.
Als ich dann am Dienstag Abend meine erste Prognose an Teilnehmern abgeben sollte, um der Gastronomie einen Hinweis für den Einkauf zu geben, stand ich gewaltig auf dem Schlauch. Ich hatte die Idee, das Wetter würde wahrscheinlich über 90% der Zeit sehr ok sein. Allerdings befürchtete ich, dass andere nur auf die 0815-Wetterdienste schauen würden, um sich davon abschrecken zu lassen. So war letztes Jahr bei sehr brauchbarem Wetter in mehreren Fällen die Teilnehmerzahl dürftig gewesen, nur weil es bis in den Morgen geregnet hatte. Ich gab also - nach Rücksprache mit Bernd - eine recht vorsichtige Prognose ab.
Über die Woche erhielt ich einige ähnlich gelagerte Anfragen per Email, auch bei HFS wurde die Vorhersage kritisch beäugt. Immer wieder verwies ich darauf, dass es am Veranstaltungstag nur Morgens feucht werden würde.
Ich hatte noch eine ganz andere Baustelle: Die Fähre Tanja (Neu Darchau > Darchau) war in den letzten 2 Wochen 3x wegen Elektronik-Problemen ausgefallen. Wenn die nicht fährt, muß die Überfahrt in Bleckede erfolgen.
Die Woche überarbeite ich die favorisierten Streckenbeschreibungen, baute die Änderungen ein (Kleinigkeiten ändern sich halt jedes Jahr), erarbeitete alternative Streckenbeschreibungen mit Querung Bleckede - Neu Bleckede. Die Kontrollfragen sollte für beide Varianten passen. Dazu sind Tracks aufzubereiten und 2 Kartenvarianten zu erzeugen. Mich erstaunt immer wieder, wie dabei die Zeit rennt.
Am Donnerstag Abend führe ich ein Telefonat mit dem Käptain der Fähre. Alles gut, ich könnte meine Horde Radfahrer am Samstag gerne schicken. Über Nacht verteilte ich also meine favorisierte Streckenvariante.
Freitag ist ab 19.00 Uhr Großkampftag. Materialien sind zusammenzustellen, Listen aufzubereiten, Unterlagen zu drucken, Einkäufe, letzte Absprachen mit der Gastronomie und Schlüsselübergabe.
Um 1.00 Uhr liegt alles zur Beladung bereit, das Bett ruft laut und deutlich. Um 4.30 Uhr klingelt der Wecker. Eigentlich ist nicht mehr so viel zu tun. Duschen, anziehen, Tasche packen, Wagen beladen, frühstücken, Kuchen aufbacken, Navi bespielen alles noch mal durchgegen (, ein paar Unterlagen nachdrucken) und los.
Eine Minute nach 7.00 Uhr bin ich am Startort. Jochen wartet schon. Erst sind wir zu zweit, Günther hilft netterweise tragen, dann stoßen die Vereinskollegen dazu, so daß wir mit der Orga des Startorts schnell fertig werden.
Jetzt könnten die Teilnehmer eigentlich auch kommen... Es war schon ein wenig Besorgnis erregende, dass nur vereinzelt jemand durch die Tür kam - muß mir egal sein. Ich freute mich über jedes bekannte Gesicht, insbesondere aber darüber, dass Burkhard vorbeikam, um ein wenig zu fotografieren!
Am Ende waren es inklusive Vereinskollegen knapp über 30 Teilnehmer. Vielleicht sollte ich auch Montag aufs Handy schauen und meine Veranstaltung absagen - ach was, blos nicht drüber nachdenken.
Kurz nach 8.00 Uhr (zwei Nachzügler kamen noch vom Aumühler Bahnhof) ging es gemeinsam auf die Strecke. Helmuts  Hunderter wollte keiner fahren, also führte ich die erste Gruppe FB Mini.
Wie erwartet, hörte es nach einer viertel Stunde auf zu nieseln (nach ca. 1 Stunde war die Straße weitestgehend abgetrocknet). Überraschend stark war der Wind, der auf dem Weg nach Escheburg von der Seite (West-/Nordwest) drückte, aber ebensowenig ein Problem wie die Querung der Elbe bei Geesthacht.
Etwas mulmig wurde mir, als die auf dem Weg nach Bleckede angezeigte Tacho-Geschwindigkeit immer wieder über die 40 stieg - Torstens Puls lag bei 125. Als wir schon nach ca. 1,5 Stunden Bleckede erreichten, entschieden wir vorne, daß wir die Pause in das ca. 15 Kilometer entfernte Neu Darchau verlegen wollten. Der Rückweg nach Boizenburg würde Körner kosten.
Wie sehr der Wind aufgefrischt hatte, merkten wir, als wir auf die Fähre warteten. Tanja hatte ordentlich zu kämpfen, um nicht elbaufwärts abgetrieben zu werden. Auf unserer Überfahrt war der Wind kräftig zu spüren. Die Fähre schwankte auf den Wellen, und durch die Ritzen der hochgeklappten Rampe spritzte das Wasser (Peter V. hat ein paar Fotos gemacht).
Jetzt waren die Passagen quer zum Wind eine Geschicklichkeitsprobe. Man pendelte die Böen aus, indem man sich mehr oder weniger schräg gegen den Wind lehnte. Eine Schrecksekunde erlebte ich, als auf dem Weg nach Neuhaus der Windstrom durch einen entgegenkommenden Transporter kurz unterbrochen wurde.
Zu fünft kämpften wir gegen den Wind jetzt darum, die 2 vorn auf dem Tacho zu halten. Froh waren wir, als wir Boizenburg endlich erreichten, belohnten uns mit einer Fresspause beim örtlichen Bäcker in der Königstraße.
Ab Boizenburg mit dem Schutz durch die Landbedeckung wurde es anschließend leichter, so daß wir ohne größere Zwischenfälle heil und zufrieden Aumühle erreichten.
Jetzt war Geduld geboten. In Kleinstgruppen kamen die Teilnehmer ins Ziel. Die letzten kamen von der 150er Mini-Runde gegen 16.00 zurück, kurz bevor die ersten die Langsträcke bewältigt hatten.
Mit jedem angekommenen Teilnehmer löste sich ein Stück meiner Anspannung. Irgendwann um 19.00 Uhr wartete ich nur noch auf 2 Teilnehmer. Wieder einmal war ich mir nicht sicher, ob sie sich nicht ausgetragen hatten oder noch auf der Strecke waren. Sch...-Gefühl.
Was solls, irgendwann muß ich ja abbauen. Ludger und Inge halfen mir dabei und auch Stephanie, eine der Teilnehmerinnen, legte noch einmal mit Hand an.
Ich hängte ein Schild mit meiner Telefonnummer an die Tür, mit der Bitte mich bei Ankunft anzurufen, fuhr nach Hause, um hinterherzutelefonieren. Es stellte sich heraus, dass ein Teilnehmer direkt nach Hause gefahren war. Der zweite war mangels Telefonnummer für mich nicht zu erreichen.
An mehr kann ich mich nicht erinnern, denn ich war auf dem Sofa im Sitzen eingeschlafen. So endete ein spannender Veranstaltungstag.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Frühjahrsbrevet mit und gegen den Wind

Wie gewünscht, schreibe ich mal ein paar Zeilen . . .
Das Wetter war wie vorhergesagt aber Michael erklärte uns seine „7 Meter Wetter-App“ und tatsächlich . . . der Regen hörte kurz nach dem Start (um 8:00 Uhr) auf.
Es lief richtig gut aber sooo richtig freuen konnten wir uns nicht – denn, ich bin sicher, alle dachten . . . das dicke Ende kommt noch. Der Wind – vor allen starken Böen (mit bis zu 56 km/h) schob uns tatsächlich schön gen Osten.
Als wir in einfach so in Bleckede an dem Bäcker vorbeifuhren bekam ich Hunger :-o War klar ;-) Letztes Jahr hatten wir hier doch Pause gemacht?
Na gut, denn eben weiter . . . Wahrscheinlich hat mein Magen so laut geknurrt, dass Michael kurz vor der Fähre (63km) tatsächlich kurz an einem kleinen Laden anhielt und wir uns dort entweder versorgen konnten oder vom mitgenommenen Brot abbeißen konnten.
Die anschließende Fährfahrt ist immer lustig aber diesmal besonders. Der (Hochsee-)Kapitän hatte ordentlich was zu tun. Die Elbe war richtig „kippelig“, der Sturm versuche immer wieder die Fähre vom Kurs abzubringen, es schaukelte ordentlich aber letztendlich kamen wir trockenen Fußes am anderen Elbufer an.
Hier trennten sich dann die Wege. Die 150er fuhren jetzt schon Richtung Norden während wir auf der Marathonschleife noch etwas gen Osten fahren durften. Ich schreibe wirklich „durften“, denn sooo schnell bin ich glaube ich noch nie gefahren. 40 km/h! Allerdings OHNE zu treten! Das hat noch richtig Spaß gemacht, auch wenn man doch schon oft sehr gegensteuern musste, denn der Wind bzw. die Böen kamen selten richtig von hinten.
Dann ging‘s los. Nicht unerwartet aber trotzdem anstrengender als die ersten 80km. Richtung Norden – der Wind aus Nord-West. So langsam „zerbröselte“ es unsere Gruppe. Wir passten auf, dass jeder, der seinen „eigenen Stiefel“ fahren wollte, eine Navigationshilfe dabei hatte.
Gibt es bei DEM Bäcker in Lübtheen (105km) einen Unterschied zwischen fünf vor zwölf und 5 nach 12? Neee – die Kaffeemaschine „… ist gerade gereinigt worden. Wir schließen um 12!“
Letztes Jahr kamen wir zweifellos um 12:05 dort an – dieses Jahr exakt um 11:55 Uhr. Aber trotzdem – immer wurde der Kaffeevollautomat wieder in Gang gesetzt und so konnten wir auch dieses Mal lecker Kuchen, Kaffee oder Kakao genießen.
Gut gestärkt ging es weiter Richtig Norden. Der Wind immer mehr oder weniger von links/ vorne. Als wir die A24 bei Kilometer 130 überquerten, dachte ich schon – sooo weit kann es ja nicht mehr sein. Aber wir fuhren natürlich nicht (auf dem Standstreifen) auf der Autobahn sondern umrundeten den Schallsee. Frank zeigte Bärbel und mir (mehr waren wir zu dem Zeitpunkt nicht mehr) noch die Verpflegungsstelle des St. Pauli Marathons, den letztes Jahr einige verfehlt hatten. Dieses Jahr passe ich besser auf.
In Kittlitz (160km) erinnerte ich mich, dass ich hier vor 50 Jahren bereits mal auf einer Klassenreise war :-o
Der Tankwart an der Shell Tankstelle in Mölln (180km) war sehr nett und bediente uns sogar am Platz. Lecker Kaffee / Apfelschorle o. ä. aufgetankt und auf ging’s zum Schlussspurt.
Die letzten 33 km schafften wir vier zusammen (Mirko war inzwischen wieder zu uns gestoßen) gut. Entweder hatte der Wind etwas nachgelassen oder die Vegetation gab uns etwas mehr Windschatten. Ich erhalte ja immer etwas Energie, wenn ich kurz vor dem Ziel an die heiße Suppe und/ oder die heiße Dusche denke.
Ach ja – im Ziel angekommen, lecker Suppe genossen und dann zum Duschen. Die „richtigen“ Duschen waren durch Fußballer belegt und Michael wies mir den „kilometerlangen“ Weg zu einer Turnhalle. Ich hatte es etwas eilig und so klopfte ich an die Kabine der Gäste. (Ich war ja auch ein Gast) – die > 11 Spieler / Betreuer gucken etwas komisch als ich fragte „Jungs – darf ich schnell bei euch duschen?“ – Bist Du Fußballspieler? Neeee. Radfahrer. Na – bist Du 50km gefahren? Nee – 217km! . . . . JUNGS – macht mal Platz unter der Dusche – der hier ist 217km mit dem Rad gefahren!
Jetzt habe ich doch wieder sooo viel geschrieben (und bin gar nicht sicher, ob dass jemand liest?). Hauptsächlich wohl wieder über Essen, Trinken und Duschen. Aber es war wirklich erneut eine schöne Fahrt!
Vielen Dank an Jochen und Burkhard für die Fotos, Michael für die Organisation, dem Audax-SH für 5 Punkte und meine MitfahrerInnen.

Frühjahrsbegegnung

Die geschriebenen Zeilen kann ich zu einhundert Prozent teilen. Frühjahrsbegegnung hatte dieses Mal eher den Charakter eines Herbsterlebnisses - dennoch hat es erneut viel Spaß gemacht diese Strecke gefahren zu sein. Vielen Dank für die Orga, Bilder und den tollen Bericht.

Ich habe gelesen!

Und es ist lesenswert. Danke!