Richtig schöner Wind

Gut 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen konnte Organisator Michael auf seinem Frühjahrsbrevet ab Aumühle begrüßen. Einer davon war ich. Angemeldet für die kurze Strecke, musste ich fahren.  Die Windwarnung im Internet war zwar nicht falsch, aber fahren konnte man trotzdem. Sonst war das Wetter nämlich gar nicht schlecht.

Michael kennt die Schönsten. Und er bekommt sie sogar dazu, die Anmeldung zu übernehmen. Und hinterher fahren sie die lange Strecke und bei mir reicht es nur zur kurzen Runde. Das sind Betrachtungen, die man so anstellt, wenn man eigentlich gar nicht mehr so richtig mit Begeisterung Rad fährt. Aber irgendwie muss man ja wieder ein wenig in Schwung kommen, auch wenn man(n) alt wird. Angemeldet ist angemeldet. Und mit der Anmeldung ist jetzt das Vereins-Abfahren von HBK gemeint. Soll alles gemütlich werden, mit Gepäcktransport und so. Aber über 1500 Kilometer in einer Woche, sind auch über 200 Kilometer Tag für Tag. Wird schon klappen, so irgendwie. Aber ein bisschen trainieren muss ich schon noch. Dann klappt es demnächst auch mit einem 200’er.  

Ich zahlte meine 5,-€ und dann war ich mit den Formalitäten durch. Ein wenig Zeit, diesen und jenen zu begrüßen. Die Kollegen bedienten sich am Kuchenbüffet und Gerald zeigte die Wegbeschreibung. Sein Navi hatte er zu Hause gelassen. Er bereitet sich auf eine 300 Meilen-Tour bei unseren Freunden jenseits des Atlantiks vor. Da sind die Regeln, dass man von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt fährt und am jeweiligen Kontrollpunkt, nur die Streckenbeschreibung bis zum nächsten Punkt bekommt. Was bedeutet das und wann funktioniert Galileo?

Ein paar Fotos sollten schon sein. Fototechnisch hatte ich meine kleine Spiegelreflex und nur das Normalobjektiv dabei (Zooms und Blitzgeräte werden ja sowas von überschätzt). Für die Bilder von den fahrenden Teilnehmern war es erforderlich, etwas zu früh loszufahren. Dann musste ich mich ordentlich anstrengen. Es hat dann mindestens 10 Kilometer gedauert, die fahrende Haupt-Gruppe zu erreichen. Geholfen hat, dass ich den Radweg am Elbdeich hinter der Geesthachter Elbbrücke nahm. Das ist nicht kürzer, fährt sich auch nicht schneller, hatte in dem Fall aber eine rote Ampel weniger.

Der Rückenwind war schon heftig, der uns nach Bleckede schob und auf der Elbbrücke musste ich auch aufpassen, nicht ins Geländer zu fahren. Aber vorne fuhren irgendwelche … Es war jedenfalls auch bei Rückenwind kein Spaß dranzubleiben. So um die 1 ½ Stunden von Aumühle nach Bleckede mit dem Rad, sind aber auch nicht wirklich schlecht. Auf die Einkehr beim Bäcker hatte ich noch nicht den richtigen Bedarf. Der Appetit wird größer, wenn man gelassener fährt. So richtig gelassen fühlt sich bei mir anders an, egal was die Messwerte sonst auch anzeigen mögen.

Nach der Fähre trennten sich die Wege. Mit Rückenwind weiter auf die lange Strecke oder auf dem Deich scharf links und dann dahinter wieder Richtung Westen. Zuerst fühlte sich da gar nicht so schlimm an, so im Schutze des Elbdeichs und der Gruppe. Aber das konnte natürlich nicht lange gut gehen. Der Track führte uns landeinwärts, und man konnte in Schräglage gerade ausfahren. Der Weg wurde schlechter, es gab eine Panne und man suchte Schutz vor dem Wind auf der Leeseite.

Irgendwann ging es weiter und ich fuhr noch eine ganze Zeit mit der Gruppe mit um mich dann selbständig zu machen (um nicht zu sagen, ich konnte nicht mehr dranbleiben). Nach einer Zeit sammelte mich Endspurt-Michael auf. Er hatte den Admin, Matthias (den zukünftigen Klapprad-Weltmeister) und noch ein paar andere im Schlepptau. Wir entschlossen uns, die Tankstelle in Büchen anzufahren. War für mich auch nötig, eine Wasserflasche reicht bei nur bis Mittag.          

 Der Höhepunkt der Tour war dann die Verpflegung in Fuhlenhagen. Von Büchen aus gelangt man dorthin, indem man den Sender Mölln anpeilt „Als Antennenträger wird ein 176 Meter hoher abgespannter Stahlfachwerkmast verwendet.“

Auf Betonspurwegen geht es dazu über die Autobahn A20 (HH-B). Der Weg führt vorbei an ehemaligen Standortübungsplätzen und am Übungsgelände des Kreisfeuerwehrverbandes (Herzogtum Lauenburg). Ein kurzes Stück hinterm Sportplatz wird man dann eingewiesen. Räder vorm Haus abstellen, Bewirtung hinterm Haus im Garten. Alles vom Feinsten. Matthias hat da seine familiären Beziehungen spielen lassen. Danke!

Nach reichlich Kaffee und Kuchen war es dann nur noch ein Stündchen bis Aumühle. Auch das haben wir geschafft. Aber wir haben es wieder nicht geschafft mal als geschlossene Gruppe anzukommen. Einigen juckt es dann doch, ein wenig schneller als die Anderen anzukommen. Die hätten sich vielleicht doch mehr im Wind am Deich ausleben sollen. Wie auch immer, am Ende war alles gut. Hat mal wieder Spaß gemacht auf dem Rad zu sitzen.      

Termin / Ausschreibung

Fotografiert habe ich auch. Aber das ist leichter, wenn man nicht mitfahren muss.

Bilder          

Berichte bei HFS / Bei Uwe kann man nachlesen, was auf den Fotos zu sehen ist 

Kommentare

Idealgewicht wird überbewertet

Vielen Dank Burkhard für die Bilder und den Bericht.
Michael kennt die schönsten Strecken und lockt damit jung und alt aus dem Winterschlaf, der diesjährig ohnehin recht kurz ausfiel.
Zu unserem Startpunkt hatte sich Magnus F. "verlaufen" und erklärte mehrfach, dass er bereits angemeldet und bezahlt hatte. Die Auslösung der Irritation war dann doch ganz einfach: Er hatte sich bei ARA angemeldet aber auf dem Weg zum Startplatz an windschnittige Rennradfahrer geheftet, die ihn zielsicher zu uns führten. That's life!
Wie so häufig waren kurz nach dem Start 95 % der Teilnehmer an mir vorbei gerauscht und nur bedingt konnte ich mit geringerer Ausnutzung des Rückenwindes argumentieren. Mein Verhältnis Muskelmasse zu Gewicht hält noch reichlich Optimierungspotential, und wird ständig von meinem Verhältnis zu Schoki und Eis attackiert. HBK-Abfahrt ist noch einige Wochen hin und ich denke wir haben das gegenseitige Motivieren schon ganz gut in den letzten Jahren trainiert. Ein paar Motivations-Ausreißer gibt es zwar auch, aber die gute Laune wird sicher immer wieder die Oberhand gewinne. Was kann uns also schon passieren? Nichts schlimmes!
Der Wind pustete uns mit 40 km/h kurz über den Ruhepuls zur Fähre Bleckede. Dank ausgelassenen Stop beim Bäcker durfte ich dann eine größere Gruppe Teilnehmer auf der Fähre treffen. Danach trennte sich der Spreu vom Weizen oder so ähnlich. Einige wollte schnell den Gegenwind geniessen und der naive Rest segelt noch etwas weiter.
Früher oder später musste jeder dem Wind trotzen, der auch 50 cm über dem Asphalt durchaus bemerkenswert war. Ich durfte im 3er-Team mitfahren. In Vierlank hat Jochen uns die Brause der ortsansässigen Brauerei empfohlen. Und weiter ging's durch nebolöse Sandwolken und kräftigen Seitenwind. Meine Reklamation, dass die Brause wohl nicht in Ordnung war, weil ich Sand im Mund spürte, wurde gewohnt sachlich kommentiert. "Kannst' ja zurückfahren, wir fahren langsam weiter." Noch langsamer? Der Wind erlaubte Spitzengeschwindigkeiten von 20 km/h relativ zum Asphalt vom Ruhepuls weit entfernt.
Hinter einer Sandwolke tauchte unerwartet Motta auf. Soweit ich das verstanden habe, wollte er trainieren und nicht auf Anschlag fahren. So wurde die Gruppe geschwätzig. Und vor Mölln gesellte sich noch ein Brevet-Einsteiger dazu. Der Mann mit dem Hammer hatte ihn getroffen und der Gedanke an die nächste Bahnstation war nah, doch er konnte sich doch noch entschließen weiter zufahren. (y)
Die HFS-Supporter waren für mich eine freudige Überraschung. Soviel Kuchen und Leckereien hatte ich in meiner Kalorienbilanz nicht eingeplant. Scheißegal! Hat Spaß gemacht!
 
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Navigation

Danke für diese schöne Frühjahrsausfahrt. Warum ich mal wieder nach Wegbeschreibung fahren wollte, kann man hier nachlesen. (Vielleicht auch für den Einen oder Anderen interessant)

Nach dieser Wegbeschreibung von Michael konnte ich sehr gut navigieren. Kilometerangaben stimmten haargenau.

Hinweise deutlich und nicht zu überladen.

Weitere Höhepunkte:

mit 48 km/h auf der Deichkrone fahren

schöne, verkehrsarme Straßen

nette Gesellschaft aus dem ACSH mit Ortsschildsprints

Plätzchen in Rennradform in Fuhlenhagen

 

gruss Gerald

 

ps. Danke Burkhard für das Foto und dass du es noch etwas kleiner machst :-)

 

Erledigt !

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