Laterne und Haufen

Brevet Großhansdorf 400 km / 20.05.2011 / 11 TeilnehmerInnen

Um 20:00 Uhr ging es los. Schon die Anmeldeliste ließ erkennen, dass es eine Audaxclub-Ausfahrt mit Gästen werden würde. Trotzdem ließ es sich der bekannte Buchautor Jannibal  („Als Elefant mit einer Sonnenblume über die Alpen“) nicht nehmen, uns mit guten Wünschen auf die Strecke zu schicken. Aber die StarterInnen waren nicht ganz zufrieden. Vermisst wurde ein Tandem als Windschatten und Begleitfahrzeug. Man kam darüber hinweg.

Bei gutem Wetter erreichte die Gruppe im Wesentlichen vereint den Kniepenberg vor Hitzacker. Danach traf man sich noch einmal bei McDo in Dannenberg. Torsten und Björn hatten es anschließend eilig und sie wurden nicht mehr gesehen.
 
Eine Privat-Pinkelpause, 3 Kilometer nach der Kontrollstelle, ist eine etwas unglückliche Entscheidung. Wir waren nicht schnell und er hätte es eigentlich wieder leicht in die Gruppe schaffen müssen. Allerdings stand die Abbiegung in eine schmale Nebenstraße im Streckenplan. 8 kleine Randonneure und -innen blieben dann aber fast bis zum Schluss mehr oder weniger beieinander.
 
Um den Ahrendsee herum ging es zur nächten Kontrolle nach Wittenberge. Nebel kam auf und Knut wurde müde. Dunkel war es übrigens auch. Das ist aber zwischen Mitternacht und erstem Frühstück hier in unseren Breiten so üblich. McDo hatte zu, dafür klappte die Bewirtung an der Tankstelle einen knappen Kilometer weiter.    
 
In Parchim wählten wir den Bäcker mit den Stühlen vor dem Laden. Es gab Kaffee, belegte Brötchen, Kuchen, die Sonne schien und man sagt hier meist noch „Guten Morgen!“ wenn man Radfahrer vor der Bäckerei sieht. Fahrt da mal hin. Kurz nach sieben ist die beste Zeit. Die Strecke war übrigens landschaftlich ausgesprochen schön, verlief meist über gute Straßen und war immer verkehrsarm. Es gab aber auch Passagen, da erkannte man: „Für Schlaglöcher muss es nicht immer Bulgarien sein“.
 
Im Hellen konnte man dann auch Betrachtungen über die Fahrweise unserer Gruppe machen. Unsere Liegeradlerin („Ich mach jetzt die rote Laterne“) kennt Rennradfahrer, die bewegen sich auf der Straße so ähnlich wie die Römer im Asterix-Comic bevor Obelix auftaucht. Also wohlgeordnet und in gerader Zweierreihe.  Randonneure haben die Gallier als Formations-Vorbild. Also ungeordnet, aber mit dem Drang nach vorne. Manchmal ist aber nicht sicher, ob der Zaubertrank noch wirkt. Man sollte sich also nicht mit den Autos auf der linken Fahrbahn einlassen. Das wissen nicht immer alle. Diese Fahrweise wird in der Sportfachliteratur Randonneurshaufen genannt.     
 
Der Haufen stempelte noch einmal am Autohof in Wittenburg und einige verschmähten auch ein Fischbrötchen in Zarrentin nicht. Und zum Schluss sind dann alle da wieder angekommen, wo es am Abend zuvor losging, in Großhansdorf.

 

Bilder