Frühjahrsbegegnung 2015 - Aus Sicht des Organisators

Die Veranstaltung Frühjahrsbegegnung 2015 ist Geschichte, und nachdem ich heute den körperlichen Bedürfnissen nachgekommen bin und den Großteil des Tages verschlafen habe, möchte ich es dennoch nicht versäumen, mich bei den treuen Helfern des Audax Club: Jochen, Björn, Ludger, insbesondere aber auch bei Burkhard und Andrea zu bedanken, die selbst nicht mitgefahren sind, sondern extra nach Aumühle gekommen sind, um am Start zu helfen und/oder auf der Strecke zu fotografieren.
Ich habe inzwischen viele Frühjahrsbegegnungen erlebt. Doch eine solche Rekord-Begegnung wie diese gab es noch nie. So wartete ich noch bis 22.00 Uhr vergeblich im Vereinsheim auf den letzten Teilnehmer, bevor ich eine Mahzeit zur schnellen Zubereitung in die Mikrowelle des Vereinswirt stellte und ein Schild an die Tür hängte, mit der Bitte, mich bei Ankunft zu kontaktieren.

Heute stellte sich heraus, daß er in Schwarzenbek in die Bahn gestiegen war. Ein Anruf wäre wirklich toll gewesen...
 
Aber auch im Vorwege war es keine einfache Veranstaltung. Durch eigene Veranstaltungen bei meinem Zweitverein, der RG Uni Hamburg, und Orga-Unterstützung für weitere Vereine war die Anzahl der Wochenenden vor der Veranstaltung äußerst begrenzt, die Zeit für die Überarbeitung der Streckenbeschreibung erschreckend knapp.
Am Wochenende vor der Veranstaltung war der Audax Saison-Beginn angesetzt, traditionell die Fahrt von Hamburg nach List. So blieb mir nur noch der Sonntag, um die Langstrecke mit müden Beinen abzufahren.
In der Woche verbrachte ich jeden Abend mit Vorbereitungen: Abstimmung mit dem Vereinswirt, der dieses Mal 3 Veranstaltungen parallel zu betreuen hatte, Überarbeitung der Streckenbeschreibung zur Langstrecke. Aufbereiten und aufhübschen der Streckenbeschreibungen, mit kurzen, prägnanten Abbiegehinweisen und einer Formatierung, die gutes Lesen ermöglichen und die notwendigen Seitenwechsel minimieren sollte. Auch die Kartenerzeugung erfordert überraschend viel Zeiteinsatz.

Donnerstag Nacht war Anmeldeschluß und die Tracks waren zu verschicken. In einer Hau-Ruck-Aktion finalisierte ich sie kurz vor Miternacht und war mit der Überarbeitung der zugehörigen Emails nur wenige Minuten vor Mitternacht fertig. Der Versand nimmt doch recht viel Zeit in Anspruch, da in einem Rutsch über den Email-Provider nur eine begrenzte Zahl der individualisierten Emails (mit Attachment) abgesetzt werden können.
 
Freitag Abend ist nach getaner Arbeit Freizeit-Streß angesagt. Die Brevet-Karte ist zu erstellen und die Anmeldungen sind in Anmeldelisten zu überführen, eine Auswertung ist erforderlich, um eine passende Anzahl von Streckenbeschreibungen für den nächsten Tag zu drucken. Schilder, Anmeldungen, ... drucken. Laptop für die Track-Station rüsten, Notebook bespielen & mit Beamer testen für die Präsentation am nächsten Tag, Einkauf, Schlüssel abholen, dabei letzte Details Kaffee, Milch, ... beim Vereinswirt in Erinnerung bringen. Irgendwie lief wie immer die Zeit davon.
 
So entschloß ich mich irgendwann nach Mitternacht, am nächsten Morgen um 4.00 Uhr aufzustehen und dann die Orga-Liste abzuarbeiten und die letzten Vorbereitungen (wie Kuchen aufbacken), Teller, Kuchengabeln, ... zusammenzustellen.
 
Irgendwie schaffte ich es gerade so, daß ich kurz vor 7.00 Uhr alles erledgt war: Wagen beladen inklusive Ersatzhelm, -Schuhe, -Trinkflaschen, Rad aufgesetzt, fertig angezogen. Pünktlich war ich am Start und mit viel Routine und helfenden Händen der Vereinskollegen war alles fertig gerichtet.
 
Dennoch war so viel Betrieb, nicht zuletzt durch den Service an der Track-Station, daß die Zeit bis 8.00 Uhr verflog, ohne daß ich auch nur den kleinsten Bissen gefrühstückt hatte.
 
Schnell noch die Räume abschließen, kurze Ansprache an die frierenden Teilnehmer (Hauptaugenmerk die Deichstrecke mit den kaum sichtbaren Poller-Verankerungen im Boden), bevor es auf die Strecke ging.
 
Jetzt konnte ich als Teilnehmer eine Gruppe über die Mini-Strecke führen (Bericht bei HFS). In angekommen, informierte ich den Vereinswirt, da doch einige Teilnehmer vor mir, vor allem aber auch früher als erwartet im Ziel ankommen würden. Sie sollten auch eine warme Mahlzeit erhalten.
 
Endlich im Ziel angekommen, organisierte ich die Ankunft der weiteren Teilnehmer, organisierte die Selbstbedienung der Warm-Verpflegung, sortiete die Wertungskarten, füllte sie soweit aus, daß nur noch Punkte und Veranstaltungsnummer nachzutragen waren.
 
Dann hatte ich Zeit für die einkommenden Fahrer. Schwer beeindruckt hat mich der Ankunftszeitpunkt des Milan-Fahrers von der Langstrecke. Hardy traf ein, als gerade einmal die Hälfte der Mini-Fahrer zurück war. Aber auch die schnellsten Rennradler kamen vor den letzten Mini-Fahrern an.
 
Nach und nach kamen die Teilnehmer an, saßen gemütlich zusammen, aßen und tauschten ihre gemachten Erfahrungen aus. Statements der Unzufriedenheit bekam ich keine. Lediglich beklagten einige ihre noch nicht ausreichende Form.
 
Nun legte sich bei mir die Anspannung und die Müdigkeit kam durch. Bestimmt war ich kein so aufmerksamer Gastgeber mehr, ich bitte das zu entschuldigen...
 
Irgendwann erwartete ich nur noch 3 Teilnehmer. Allerdings hatte ich nicht genug aufgepaßt... Einige Teilnehmer hatten ihre Portionen so groß bemessen, daß für die letzten 3 keine Kartoffel-Lauch-Creme-Suppe mehr vorhanden war. Aber im Gespräch mit 2 Teilnehmern (den letzten Ankömmlingen) und Gastwirt konnten wir eine befriedigende Ersatzlösung finden, so daß auch sie nicht mit leerem Magen nach Hause fahren mußten.
 
Nun wartete ich auf den letzten Teilnehmer, trug meine Materialien zurück ins Auto. Schließlich schlief ich ein. Nach kurzem Power-Nickerchen stellte ich die letzte Mahlzeit zur Aufbereitung in die Mikrowelle, hängte einen Zeittel an den Eingang, schloß ab und beschloß, den Veranstaltungstag vorläufig für beendet zu erklären und nach Hause zu fahren.
 
Heute, etwas erholt, kann ich sagen:
 
Es war eine schöne Veranstaltung!! Vielen Dank an alle Teilnehmer für ihr Vertrauen und füs Kommen trotz nicht perfekten Wetterbedingungen!!
 

Kommentare

Einer der letzten VIER ...

...findet das er mit der Tomatensosse, dem Reis und den Würstchen +Kuchen, sehr gut gefahre ist! Danke für die Mühe, Torsten